Spotlight 38 – Schellentrommel

Schellentrommel

Die Schellentrommel ist die Kombination eines Schüttelidiophons, bei dem der Klang durch Schütteln erzeugt wird, und einem Membraphon, bei dem der Ton durch einen Schlag auf eine Membrane entsteht. Sie wird auch Handpauke, Handtrommel oder Tamburin genannt.

Unser Exemplar besteht aus einer Zarge aus Holz, die auf einer Seite mit einem Fell bespannt ist. Es hat innen und außen schöne braun-weiß-schwarze Intarsien.  Im Unterschied zu einer Rahmentrommel hat die Zarge fünf Schlitze, in denen sich je zwei beckenförmige, paarweise locker angebrachte  Metallscheiben befinden . Beim Schütteln und beim Schlagen auf Fell und Zarge  (meist von Hand)  entsteht ein helles, metallisches Klirren, das den trockenen Schlagton des Felles übertönt. Im Orchester ist auch das Spiel mehrerer abgestimmter Schellentrommeln üblich, die mit Schlegeln angeschlagen werden.

In Asien war die Schellentrommel ein Kultinstrument. Während des Mittelalters war sie unter den Spielleuten verbreitet. Im 17. Jahrhundert war sie als Instrument der Sinti und Roma bekannt und gelangte im 18. Jahrhundert über die türkische Janitscharenmusik in die europäischen Militärkapellen. Im frühen 19. Jahrhundert fand sie, bevorzugt zur Darstellung spanischer Klänge, Eingang in das abendländische Sinfonierchester.

Wolfgang Bettzieche