Spotlight 35 – Mandoline

Neapolitanische Mandoline

Wie die Violine eine kleine Viola ist, so ist die Mandoline eine kleine Mandola. Diese ist nachweisbar seit dem 13. Jahrhundert und war vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ein bevorzugtes und bis zum 19. Jahrhundert lebendiggebliebenes, lautenähnliches Zupfinstrument. Es gehört zur Instrumentenfamilie der Cordophone.

Während jedoch die Mandola zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschwand, wird die Mandoline noch heute verwendet. Sie wurde in Italien in mehreren voneinander regional abweichenden Varianten entwickelt. So kennen wir die Florentinische Mandoline, die Genuesische Mandoline, die Paduanische Mandoline und die Sienesische Mandoline. Das hier dargestellte Instrument ist eine Neapolitanische Mandoline. Sie ist die verbreitetste Art der Mandolinen.

Mandolinen haben Doppelsaiten wobei durch schnelles Hin- und Herzupfen mittels eines Schildpattplektrons der charakteristische, helle, rauschende Tremoloklang erzeugt wird. Das hier gezeigte Instrument hat wie meist üblich vier Doppelsaiten in Violinstimmung. Es sind jedoch auch Instrumente mit fünf oder auch sechs Doppelsaiten in Quart-Terz Stimmung bekannt.

Die Mandoline hat sich in großen Teilen Europas zum Volksinstrument entwickelt und wird nicht nur solistisch sondern auch in großen Mandolinenorchestern gespielt. In der Kunstmusik spielt sie eine eher kleine Rolle. Jedoch sind Werke von Antonio Vivaldi, Johann Nepomuk Hummel und auch Ludwig van Beethoven bekannt. Mozart verwendet sie in seiner Oper „Don Giovanni“, Gustav Mahler in seiner 7. und 8. Symphonie.

Bei dem hier abgebildeten Instrument stechen die reichen Verzierungen mit Perlmutt hervor.

Wolfgang Bettzieche