Spotlight 6 – Viola-da-gamba

Viola-da-gamba aus Markneukirchen

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Familie der Gamben oder Violen sehr beliebt und bekannt. Es gab sie als Diskant-, Alt-,  Tenor- und Bassgambe. Der Ton der Gamben ist gegenüber dem der Violinen sanfter, obertöniger und auch leiser.

Sie waren damit vor allen für kleinere Räume, z.B. die der höfischen Kammermusik geeignet. Zu den großen Konzertsälen des bürgerlichen Publikums, die Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden, passten die Gambe nicht mehr hinein.

Alle Gamben werden sitzend und mit Untergriff-Bogenhaltung gespielt. Die Gambe hat abfallende Schultern (der heutige Kontrabass ist eine Art Gambe!), hohe Zargen, Decke und Boden ohne Randabstand, einen flachen zum Hals hin abgeschrägten Boden und meist C-förmige Schallöcher. Das Griffbrett hat sieben Bünde die das Akkordspielen erleichtern. Die sechs Darmsaiten (manchmal auch sieben) sind in Quart-Terz-Stimmung gestimmt, wobei die Terz in der Mitte liegt.

Die Viola-da-gamba wurde solistisch wie auch im Ensemble gespielt. Sie erschien erstmals im 15.Jhd. in Spanien und kam von dort über Italien und Flamen nach England, wo das Gamben-Consort eine hohe Blüte erreichte. In Deutschland war das englische und französische Repertoire Vorbild. Telemann, Buxtehude und Johann Sebastian Bach erschlossen durch ihre Kompositionen neue solistische Bereiche.

Wolfgang Bettzieche