Spotlight 30 – Zither

Ungarische Zither

Zither

Foto: Andrea Grune

Die Zither gehört zur Instrumentenklasse der Chordophone. Das sind Instrumente, bei denen eine oder mehrere Saiten zwischen festen Punkten eingespannt sind. Die Saiten werden je nach Instrument gezupft, geschlagen, gestrichen oder ausnahmsweise (Äolsharfe) angeblasen.

Dabei ist je nach der Form des Saitenträgers zwischen Stabzithern, Röhrenzithern, Wölbbrettzithern und Brettzithern, auch Kastenzithern genannt, zu unterscheiden.

Während Ostasien das Hauptverbreitungsgebiet von Wölbbrettzithern ist, hat Südasien die Röhrenzither entwickelt.

Im engeren Sinne ist in Europa die Zither ein Zupfinstrument mit einem flachen, kastenförmigen Korpus, das an einer Saite ausgebuchtet ist und dessen Decke ein Schallloch sowie gegenüber der Buchtung ein Griffbrett hat. Sie entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem mittelalterlichen Scheitholz und war vor allem in Bayern, Tirol, dem Salzburger Land und in der Schweiz verbreitet.

Der Aufschwung des Zitherspieles im 19.Jhd. brachte eine Weiterentwicklung in Form und Saitenzahl durch verschiedene bayerische und österreichische Instrumentenbauer mit sich. Gleichzeitig entwickelte sie sich musikalisch vom Begleitinstrument für Lieder und Tanz zum Konzertinstrument.

Die hier gezeigte, in Ungarn hergestellte Zither, ist besonders schön gearbeitet. Sie hat 5 Melodiesaiten und 15 Begleitsaiten. Die drei geschnitzten Pferdeköpfe und das geschnitzte Blumendekor ist eine seltene Besonderheit.

Wolfgang Bettzieche