Spotlight 22 – Grammophon

Reproduktionsgerät – Plattenspieler

Die Reproduktion von Sprache und Musik erfolgt heute ausnahmslos elektronisch. Dem Plattenspieler folgte die  CD,  die heute weitgehend vom Streamen abgelöst wurde.

Die Anfänge der Wiedergabetechnik waren jedoch mechanisch. Die Idee, Töne aufzuzeichnen und festzuhalten, kam am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Neben dem Franzosen Charles Cross muß hier der Amerikaner Thomas A. Edison genannt werden. Sein erster Schallaufnehmer war ein Metallzylinder, der mit einer dünnen Folie umwickelt war. Die Schwingungen der Töne, die jemand in ein kleines Sprachrohr spreach, wurden über eine Nadel auf die Folie übertragen. Der Zylinder wurde mit einer anderen Nadel zurückgespielt. Diese Nadel hatte eine eigene Membrane und fuhr die Bewegungen der ersten Nadel in den Rillen nach.

Emile Berliner, ein nach Amerika ausgewanderter Deutscher, ersetzte 1887 den Zylinder durch eine Platte und wurde so zum eigentlichen Erfinder des „Grammophons“. Die Grammophone waren mit einem Federmotor ausgerüstet, der mit der Hand aufgezogen wurde. Damit die ganze Familie zuhören konnte, wurde ein Schalltrichter aufgesetzt.

Die Aufnahmegeräte hatten ebenfalls Trichter, in die die Musiker hineinspielen mussten. Um dies zu vereinfachen, wurde, wie die hier neben dem Grammophon abgebildete Geige zeigt, die Instrumente entsprechen umgebaut.

Wolfgang Bettzieche

Foto: Andrea Grune