Spotlight 17 – Tar

Tar aus dem Iran oder Afghanistan

Der persische Tar wurde bei festlichen Veranstaltungen sowohl am Hofe wie auch der städtischen Oberschicht, aber auch heute noch von Spielleuten gespielt.

Der Tar gehört zur Instrumentenfamilie der Langhalslauten. Der Holzkorpus besteht zwar aus einem Stück, ist jedoch durch zwei tiefe Kerben in zwei eiförmige Teile getrennt. Die Ober- und die Unterhälften haben Hautdecken in Klebespannung. Am Ende des angesetzten schmalen Halses befindet sich ein kastenförmiger Wirbelkasten mit sechs seitenständigen Wirbeln für sechs Saiten welche in c/c1-g/g1-c/c gestimmt sind. Diese werden mit 24 Wickelbünden mikrotonal (15 anstatt 12 Intervalle pro Oktave) verkürzt. Es gibt jedoch auch Instrumente mit anderen Saiten- und Bündenzahlen. Das Instrument wird mit einem Plektrum gezupft.

Der Tar wurde bei festlichen Veranstaltungen sowohl am Hofe wie auch der städtischen Oberschicht, aber auch heute noch von Spielleuten gespielt. Er hat eine wichtige Aufgabe in der „Dastgah“, dies ist ein melodischer Gestalttypus, der als Melodiemodell einer Komposition zugrundegelegt wird. Er dient auch als Modell zur Improvisation. Bei dessen Darbietung obliegt dem Tar insbesondere die Interpretation des komponierten solistischen Teils.

Der etwas abweichend gebaute und gestimmte kaukasische Tar hat auch in der Türkei und als „Tari“ in Georgien Eingang gefunden.

Wolfgang Bettzieche