Spotlight 15 – Sackpfeife

Sackpfeife aus Polen

Die Sackpfeife, in Deutschland auch Dudelsack, in Polen Dudy oder Duda genannt, ist ein volkstümliches Rohrblattinstrument. Seit dem ersten nachchristlichem Jahrhundert ist es in Asien Europa und Nordafrika bekannt.

Ein Sack, meist aus Tierhaut, hier mit Fell, dient als Luftreservoire. Der Spieler bläst die Luft durch ein Anblasrohr in den Sack oder füllt diesen mit einem Blasebalgs. Die so gespeicherte Luft wird durch Armdruck in die Pfeifen gepresst und bringt diese zum Erklingen. So entsteht der für dieses Instrument typische ununterbrochene Klang. Je nach Größe des Sackes kann der Spieler für eine gewisse Zeit selbst singen, ohne das instrumentale Spiel unterbrechen zu müssen. Bei den Pfeifen wird zwischen Melodie- und Bordunpfeifen unterschieden. Das abgebildete Instrument hat nur eine Melodie- und eine  Bordunpfeife. In der Regel haben die Instrumente jedoch zwei Melodie- und zwei oder auch mehr Bordunpfeifen.  Die Bordunpfeifen haben nur je einen Ton und bilden die musikalische Basis. Die beiden Melodiepfeifen ermöglichen es, in einem engen Tonraum zwei von einander unabhängige Stimmen zu musizieren. Instrumente mit nur einer Melodiepfeife erlauben die Ausweitung der Melodie bis zur Oktave und sogar ein Überblasen in noch höhere Töne.

Die Sackpfeife ist ein typisches Hirteninstrument und wird meist solistisch gespielt. In Schottland jedoch wurde sie zum Symbol der nationalen Identität und fand Eingang in die Militärmusik.

Wolfgang Bettzieche