Plieg

Musik gehört zum Leben
wie Essen und Trinken

Förderverein Haus Kemnade trauert um Dr. Ernst-Albrecht Plieg

„Musik gehört zum Leben wie Essen und Trinken. Sie ist geistiges Grundnahrungsmittel und darum unverzichtbar“, hat Dr. Ernst-Albrecht Plieg seine Motivation genannt, als er 2010 gemeinsam mit Ehefrau Karin unter dem Dach der SOS-Kinderdörfer eine Treuhandstiftung gründete, damit Kinder mit Musik aufwachsen und daran Freude finden können. Auch für den Förderverein Haus Kemnade und Musikinstrumentensammlung Grumbt e.V. waren seine große Liebe zur Musik und sein leidenschaftliches Können prägend.
Am 1. März 2018 ist Dr. Ernst-Albrecht Plieg 90-jährig gestorben.

Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass seit mehr als 15 Jahren auf Haus Kemnade in einem Verein gemeinsam für das Denkmal und die Musikinstrumentensammlung gearbeitet wird. „Er war derjenige, der mit unglaublich viel Weitsicht und Liebe zur Musikinstrumentensammlung Hans und Hede Grumbt die Fusion der beiden bis 2002 noch getrennt agierenden und einander nicht gerade wohlwollenden Vereine initiiert hat. Er war zutiefst davon überzeugt, dass die Musikinstrumentensammlung für den Förderverein Haus Kemnade ein Kleinod und Zugewinn ist und viele Möglichkeiten der gemeinsamen Weiterentwicklung bietet,“ unterstreicht Rita Jobs, die Vorsitzende des Fördervereins Haus Kemnade und Musikinstrumentensammlung Grumbt, die Bedeutung des ehrenamtlichen Wirkens von Ernst-Albrecht Plieg

„Historisch“ nennt sie gern die Fusion der ursprünglich getrennt agierenden Vereine und erinnert sich an manche Auseinandersetzung in den Vorständen. Mit seinen umfassenden Kenntnissen und seiner Leidenschaft zur Musik habe Dr. Plieg die Arbeit auf Kemnade und für die Sammlung in ganz besonderer Weise gefördert und beeinflusst. „Es ist auch ihm zu verdanken, dass die ‚Abteilung Instrumentensammlung‘ und die ‚Abteilung Denkmal Haus Kemnade‘ zu dieser wunderbaren Einheit zusammengewachsen sind und diese Entwicklung genommen haben“, würdigt sie das langjährige Wirken von Ernst-Albrecht Plieg im Förderverein. Bis ins hohe Alter führte er immer wieder auch Besucher durch das Haus Kemnade und die Instrumentensammlung.

Geschichte und Anglistik hat der 1927 im ostpreußischen Allenstein Geborene in Göttingen und Bonn studiert. Nach der Promotion ging er in die Erwachsenenbildung und leitete von 1968 bis 1992 die Volkshochschule Bochum. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Bochumer Stadtgeschichte sind ihm ebenfalls zu verdanken.

Doch die große außerberufliche Liebe galt der Musik, darin war er sich mit Ehefrau Karin, die selbst Gesang und Blockflöte studiert hat, einig. Ihr Wunsch war es immer, dass Musik nicht mehr als unwichtige Nebensache und netter Zeitvertreib angesehen, sondern als fester Unterrichtsbestandteil etabliert wird, da sie erwiesenermaßen die schulische Leistung steigere. Die besondere Leidenschaft gehörte seit Jahrzehnten der Renaissance-Musik. In den 70-er Jahren rief das Ehepaar Plieg ein Renaissance-Ensemble ins Leben, das bis heute besteht und in wöchentlichen Proben immer neue Programme für öffentliche Veranstaltungen erarbeitet.