Finissage KLANGBILDER

29. April 2015, 19:30, Haus Kemnade
Karl Lippegaus: Memphis meant music
Radio-Livemix mit einem Porträt von Charles Lloyd

Finissage mit „Memphis meant music” – Ein Radio-Livemix von Karl Lippegaus mit einem Porträt des amerikanischen Saxophonisten Charles Lloyd

Zum Abschluss der Fotoausstellung ‚Klangbilder’ im Haus Kemnade gibt es am 29.04.2015 um 19.30 Uhr ein besonderes Highlight: Karl Lippegaus, seit Jahrzehnten vielen Radiohörern als die Stimme des Jazz im WDR und Deutschlandfunk vertraut, ist mit einem sog.  Radio-Livemix zu erleben. Mit diesem Format bringt Karl Lippegaus live, quasi als simulierte Radiosendung, Musik, Kommentare, Gespräche zu Gehör. Der kenntnisreiche und sympathische Radiomann  und Buchautor widmet sich dem amerikanischen Saxophonisten Charles Lloyd. Das Live-Radio-Feature ist betitelt mit „Memphis Meant Music“, zu hören sind ausgewählte Passagen aus Lippgegaus‘ Gesprächen mit Lloyd, aus Texten des Autors und Musik aus allen Phasen von Lloyds langer eindrucksvoller Karriere.

Wenn er „es“ mit Worten beschreiben könnte, hätte er nicht das Bedürfnis „es“ zu spielen, sagt der Saxofonist und Flötist Charles Lloyd,  mit sanfter Stimme über das Mysterium im Jazz reflektierend. 1938 wurde er in Memphis am Mississippi geboren, und diese Stadt („Memphis meant music“, Gil Scott-Heron) beschäftigt ihn immer noch. Mit neun Jahren bekam Charles sein erstes Saxofon. Seine Anfänge hatte er in Bluesbands von Howlin‘ Wolf und B.B. King, und sein Mentor im Jazz wurde der Pianist Phineas Newborn, Jr.. Gleich auf Anhieb begeisterte er sich für die bluesdurchtränkte neue Musik aus dem Altsaxofon Charlie Parkers. „Ich entstamme dieser reichen Tradition. Man steht auf den Schultern vieler großer Leute.“ Als der ernste und introvertierte Charles mit der Chico Hamilton Band auftrat, pilgerten Rockmusiker wie The Doors und der Drummer Jim Keltner in die Clubs an der Westküste, um seine Musik zu hören. Auch The Grateful Dead und viele andere wurden Lloyd-Fans.

In seinem Quartett hatte ein 20-jähriger unbekannter Pianist namens Keith Jarrett seinen Durchbruch. Das 1966 beim Monterey-Festival ohne Lloyds Wissen mitgeschnittene Konzert wurde als „Forest Flower“ eines der bis dahin meistverkauften Jazzalben überhaupt. In zwei ausführlichen Gesprächen mit Karl Lippegaus in Lausanne und Straßburg lässt Charles Lloyd seine lange Karriere Revue passieren und vermittelt viel von seiner Lebensphilosophie.

In dem sehenswerten Film seiner Lebenspartnerin Dorothy Darr, „Arrows Into Infinity“ (2014), sagt Lloyd: Obwohl ich an Liebe und Verständnis glaube, und auf eine Art freudige Kommunikation unter uns hoffe, habe ich in meinem Leben oft eine Form von Einsamkeit gespürt. Die Suche nach einer idealen Welt, die nicht existiert. Das hat mich immer zu einem einsamen Kind gemacht. Obwohl ich sehr optimistisch bin, spüre ich auch, dass es viel Trauer gibt.“  

 

Karl Lippegaus: Memphis meant music
Radio-Livemix mit einem Porträt von Charles Lloyd

 

Mittwoch, 29.04.2015, 19.30 Uhr

Eintritt 8 €

 

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