Chorkonzert "Traumsommernacht"

28. Juli 2013, 18:00 Uhr, Haus Kemnade
a cappella Sommerkonzert im Freien mit dem Chor-Werk Ruhr

 

 

In Kooperation mit der Stiftung Zollverein, dem Kulturbüro & Kunstmuseum Bochum und dem Förderverein Haus Kemnade e.V. - Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturbüros Essen und Bochum und das NRW KULTURsekreteriat.

Johannes Brahms
"Sieben Lieder" op. 62
Rosmarin, Von alten Liebesliedern, Waldesnacht,
Dein Herzlein mild, All meine Herzgedanken,

Es geht ein Wehen,Vergangen ist mir Glück und Heil

Benjamin Britten                 
"Five Flower Songs" op. 47 (1950)  

Claude Debussy                   
"Trois Chansons de Charles d`Orleans"

Camille Saint-Saëns             
"Calme de Nuits" op. 68 Nr. 1
"Les Fleurs et les Arbres" op. 68 Nr. 2

Zoltán Kodály                       
"Mountain Nights" für Frauenchor

Arthur Sullivan                     
"The Long Day Closes" für Männerchor

Hans Schanderl                    
"Traumtänze" (2008)

Eric Whitacre                       
"Sleep" (2002)

 

Die A-Cappella-Chormusik lebt, und sie findet bis in die Gegenwart hinein immer neue Mittel und Wege, ein ausdrucksstarkes Medium zu sein. Das Programm „Traumsommernacht“ spannt einen weiten Bogen von den bekannten „Sieben Lieder op. 62“, die Johannes Brahms 1873/74 als Huldigung an das deutsche Volkslied (hier freilich auf der textlichen Basis von Nachdichtungen des 19. Jahrhunderts) schuf, bis hin zu Eric Whitacres „Sleep“ - dieses tonal gehaltene, sehr atmosphärische Chorstück hat eine bewegte Geschichte: Whitacre schuf die Musik 1999 ursprünglich zu einem Gedicht des 1997 verstorbenen Dichters Robert Frost, aber Frosts Nachfahren, die nicht gefragt worden waren, verboten nach der erfolgreichen Uraufführung nachträglich jede weitere Aufführung des Werks. In seiner Verzweiflung bat Whitacre einen befreundeten Poeten, zur bereits bestehenden Musik neue, passende Worte zu dichten…  Das Experiment gelang, der Sensibilität des Dichters sei Dank. Wenige Jahre später führte Whitacre „Sleep“ mit einem virtuellen Chor aus Internetnutzern auf, von denen jeder seinen Part am heimischen PC zu Whitacres übers Netz empfangenen Dirigat sang. Die einzelnen Aufnahmen wurden danach zu einem gemeinsamen Chor-Sound zusammengesetzt. Vielleicht ereignet sich die Zukunft der Chormusik im 21. Jahrhundert mehr und mehr auch in solchen Events?

Zwischen dem in die Kunstmusik eingeflossenen Volkslied-Ideal bei Brahms und der virtuellen Vergemeinschaftung von Sängern aus aller Welt bei Whitacre gibt es eine große Menge eindrucksvolles, in seinem Werden und Wirken ganz unterschiedliches Repertoire zu entdecken: Claude Debussy griff für seine „Trois Chansons de Charles d`Orléans“ , veröffentlicht im Jahre 1908, in puncto Textvorlage zurück auf Gedichte jenes legendären Herzogs von Orléans, der nach 1415 ein Vierteljahrhundert in englischer Geiselhaft verbrachte und dort zum Poeten wurde. Ganz ohne Text kam hingegen der Ungar Zoltán Kodály aus, als er mit fünf Frauenchorstücken, entstanden zwischen 1924 und 1956, die Schönheit der Berge besang: Allein auf verschiedenen Tonsilben entfalten sich diese wundervoll ruhigen Meditationen über die Schönheit der Natur.

Arthur Sullivan, heute eigentlich nur noch bekannt als Teil des operettenartige Bühnenstücke schaffenden Duo Gilbert & Sullivan, leistete mit „The long day closes“  1868 einen eindrücklichen Beitrag zum Part-Song-Repertoire, und Camille Saint-Saëns versprüht mit seinen Chorstücken op. 68 Charme der französischen Art. Das jüngste Stück des Programms sind die 2006 uraufgeführten  „Traumtänze“ des in Berlin lebenden Hans Schanderl (geb. 1960), ein munteres Spiel mit Tonsilben und Rhythmen – die A-Cappella-Chormusik lebt, daran kann kein Zweifel bestehen.

 

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