Instrument des Monats Mai 2006

Martinstrompete



Die Martinstrompete, auch Martinshorn oder Schalmei genannt, wurde um 1925 von M. B. Martin in der Instrumentenstadt Markneukirchen entwickelt und 1927 patentiert. Sie gehört zur Instrumentenfamilie der Aerophone und ist ein Blasinstrument, bei dem mehrere, ursprünglich für Signalzwecke eingesetzte Eintoninstrumente kombiniert sind. Sie haben Aufschlagzungen. Durch Ventile lassen sich die für jeden Ton separat vorhandenen Röhren alternativ einschalten.

Die Martinstrompete war als Ersatz für die relativ teuren und schwer zu spielenden Blechblasinstrumente in Laienkapellen gedacht. Sie wurde in verschiedenen Tonlagen gebaut, vom Piccolo bis zum Kontrabass. Jedes Instrument hatte bis zu 16 (heute bis 8) Töne, einige waren ausschließlich zum Akkordspiel eingerichtet. Wegen des beschränkten Tonumfanges und der mangelhaften, vom Spieler nicht beeinflussbaren Intonation konnten sich die Martinshörner nur kurze Zeit behaupten, vor allem in den so genannten Schalmeienkapellen kommunistischer Gruppen. Das, wenn auch nicht als Musiker sondern als Politiker, bekannteste Mitglied einer solchen Kapelle war der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honnecker.

 Seit dem Zweiten Weltkrieg fanden Martinshörner nur noch gelegentlich Verwendung.

Wolfgang Bettzieche

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