Instrument des Monats Juni 2006

Rasseln aus Afrika



Foto: Andrea Grune

Rasseln sind Idiophone (Selbstklinger). Dies sind Instrumente bei denen der Ton durch die Eigenschwingung des Instrumentes, nicht also durch eine Membran, Saite oder Luftsäule erzeugt wird. Bei den geschüttelten oder angeschlagenen Rasseln prallen die Rasselkörper gegen den Rasselkorpus oder gegeneinander. Hierdurch entsteht ein unpräzises, prasselndes Geräusch. Sie haben durch viele tausend Jahre in der Musik, aber z.B. auch bei den Zauberriten primitiver Völker eine Rolle gespielt. Heute werden sie hauptsächlich in der Tanz- und Unterhaltungsmusik, seltener in der Kunstmusik verwendet. Daneben sind sie aber auch noch im volkstümlichen Brauchtum und als Kinderspielzeug in Gebrauch. Neben der Rahmenrassel, bei denen die Rasselkörper gegen einen Rahmen schlagen, sind die Gefäßrasseln von Bedeutung. Die einfachsten Instrumente dieser Art sind getrocknete Kürbisse, Kalebassen oder Schoten mit innenliegenden Samenkörpern. Andere für Rasseln verwendete Materialien sind Tierhäute, Holz, Bast, Ton und Metall. Die hier gezeigten Instrumente gehören zu der seltener zu sehenden Gruppe der Netzrasseln. Bei ihnen werden nicht die in der Frucht vorhandenen Samenkörper zum Rasseln verwendet, sondern sie werden zusätzlich mit einem Netz aus Schnüren überzogen, auf denen die Rasselkörper angebracht werden. Dies können z.B. Muscheln oder größere Samenkörper sein. Wie an den Ausstellungsstücken zu sehen, hat hierdurch der Instrumentenbauer die Möglichkeit das Instrument über den musikalischen Zweck hinweg auch äußerlich geschmackvoll zu gestalten.

Wolfgang Bettzieche

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