Instrument des Monats Juli 2006

Gusle aus dem Balkan



Foto: Andrea Grune

Die Gusle gehört zur Instrumentenfamilie der "Chordophone" also  der Streichinstrumente, bei denen der Ton durch das Vibrieren einer Saite  entsteht. Diese Instrumente wurden zunächst nur gezupft. Ungefähr im 10. Jhd. nach Christi kam der Streichbogen hinzu.

Das hier gezeigte Instrument ist eine gestrichene Laute. Gestrichene Lauten sind als Volksinstrument in vielen verschiedenen Ausführungen besonders in Afrika, Asien und Europa verbreitet.

Zu sehen ist hier eine einsaitige, griffbrettlose Gusle aus dem Raum Bosnien-Herzegowina-Serbien. Der kleine gewölbte Korpus und dessen schlanker Hals sind aus einem einzigen Stück Holz gefertigt und mit reichhaltigen Verzierungen versehen. Der Hals ist am Ende als Tierkopf gestaltet und auch mit reichen Schnitzereien geschmückt. Die Decke ist aus Fell und genagelt. Das Instrument hat nur eine Saite mit Unterbefestigung an einem Zapfen. Die Saite wird beim Spielen mit den Fingern von der Saite her in der Luft gegriffen und mit einem einfachen kleinen Bogen gerstrichen. Der Spieler spielt auf dem Instrument einschließlich der leeren Saite nur fünf Töne. Er begleitet sich selbst bei epischen Gesängen, spielt aber auch zum Tanz auf.

Wolfgang Bettzieche

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