Instrument des Monats Februar 2008

Tar aus dem Iran oder Afghanistan

 



Der Tar gehört zur Instrumentenfamilie der Langhalslauten. Der Holzkorpus besteht zwar aus einem Stück, ist jedoch durch zwei tiefe Kerben in zwei eiförmige Teile getrennt Die Ober- und die Unterhälften haben Hautdecken in Klebespannung. Am Ende des angesetzten schmalen Halses befindet sich ein kastenförmiger Wirbelkasten mit sechs seitenständigen Wirbeln für sechs Saiten welche in c/c1-g/g1-c/c gestimmt sind. Diese werden mit 24 Wickelbünden mikrotonal dh.15 Intervalle pro Oktave,und nicht wie im tonalen System 12, verkürzt. Es gibt jedoch auch Instrumente mit anderen Saiten- und Bündenzahlen. Das Instrument wird mit einem Plektrum gezupft.

Der persische Tar wurde bei festlichen Veranstaltungen sowohl am Hofe wie auch der städtischen Oberschicht, aber auch heute noch von Spielleuten gespielt. Er hat eine wichtige Aufgabe in der ?Dastgah?, dies ist ein melodischer Gestalttypus der als Melodiemodell einer Komposition zugrundegelegt und auf dessen Basis improvisiert wird. Bei dessen Darbietung obliegt der Tar insbesondere die Interpretation des komponierten solistischen Teils.

Der etwas abweichend gebaute und gestimmte kaukasische Tar hat auch in der Türkei und als ?Tari? in Georgien Eingang gefunden.

 

Wolfgang Bettzieche

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