Instrument des Monats November 2008

Drehleier aus Frankreich

Die Drehleier (französisch: vielle ? roue) ist ein Streichinstrument bei dem die Saiten statt mit einem Bogen alle gleichzeitig mittels  eines von Hand gedrehten, im Korpus befestigten Rades angestrichen werden. Der Resonanzkörper wird sowohl in Gitarren- wie auch in Lautenform ausgeführt.



Das hier gezeigte Instrument hat eine Lautenform. Es hat zwei Melodiesaiten (chanterelles) und vier Bordunsaiten. Die Melodiesaiten können durch eine Klaviatur, hier mit 23 Tasten, verkürzt werden. Der Musikant hält das Instrument auf dem Schoß. Mit der rechten Hand dreht er die Kurbel und mit der linken Hand spielt er auf der Klaviatur die Melodie. Durch ruckartige Betätigung  können auch rhythmische Effekte hervorgebracht werden.

Das seit dem Mittelalter bekannte Instrument hatte im weltlichen und kirchlichen Bereich großes Ansehen. Verwendet wurde es damals als  Melodieinstrument zum Tanz wie auch zur Liedbegleitung. Seit dem 15.Jhd. wurde sie zum Bauern- und Bettlerinstrument. Im 18.Jhd. als passendes Instrument für die in Frankreich bei den Aristokraten beliebte Schäferidylle erlebte sie eine neue Blüte, die sich auch in der Kunstmusik niederschlug. So sind Kompositionen von Leopold Mozart (1719-1787), J.P.Boismortier (1689-1755) u.a. bekannt.

Mit dem Niedergang des Adels ging auch die Bedeutung des Instrumentes wieder zurück. Außer in ländlichen Gebieten verschwand es gegen Ende des 19.Jhd. in fast allen Ländern. Es hielt sich jedoch bis heute in Ungarn und Spanien, aber vor allem in Mittelfrankreich, wo es bis heute eine ununterbrochene Tradition in der Volksmusik hat.

Wolfgang Bettzieche

Veranstaltungen

Begleitprogramm

28.01.2018 - 17.00 Uhr
„Die Kunst der Entartung“ - Gypsy Swing und die Moderne. 
Konzert-Lesung zum TAG DER BEFREIUNG mit dem ArtTone Trio sowie Chris Hopkins‘ Gypsy Swing Trio. Eintritt 10 €
Ort: Christuskirche Bochum | Platz des Europäi- schen Versprechens 1 

 

07.02.2018 - 20.00 Uhr 
RITUAL-Sonderausgabe
Klavierabend mit Wer- ken von Béla Bartók, Pavel Haas und Gideon Klein, gespielt von Susanne Frenzel-Wohlgemuth. Einführung Christiane Conradt.
Ort: ROTTSTR5 H.O.F. | Rottstr. 5 | Bochum 

 

08.02.2018 - 19.00 Uhr
„Perlgrauer Liebesgesang“
Kammermusikkonzert verfemter Komponisten in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Bochum-Her- ne-Hattingen und der Stiftung Lichterfeld. Für Besucher des Konzertes besteht um 16 Uhr die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Kuratoren- führung durch die Ausstellung „Das verdächtige Saxophon!“. 
Eintritt 12 €, erm. 6 €. Vorverkauf: www.christuskirche-bochum.de/tickets
Ort: Jüdische Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen | Erich-Mendel-Platz 1 | Bochum 

 

09.02.2018 - 19.00 Uhr
„Es brennt. Die Zeit. Sanft. Im Ohr“
Kammermusikkonzert verfemter Komponisten in Koope- ration mit der Stiftung Lichterfeld. Für Besucher des Konzertes besteht um 16 Uhrdie Möglichkeit zur Teilnahme an einer Kurato- renführung durch die Ausstellung „Das verdäch- tige Saxophon!“. 
Eintritt 12 €, erm. 6 €. Wegen des begrenzten Platzangebotes nur Vorverkauf: www.christuskirche-bochum.de/tickets
Ort: Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade An der Kemnade 10 | Hattingen 

 

18.02.2018 - 11 Uhr
„Ursula & Esther“
Lesung mit musikalischer Umrahmung (Gitarre). Dr. Anja Liedtke liest
aus eigenen Werken.
Ort: Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade 

 

25.02.2018 - 11 Uhr
Die CHarmonists
Musik der Comedian Harmonists. 
Eintritt 5 €
Ort: Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade 

 

04.03.2018 - 11 Uhr
„Zeilensprünge / Zeitensprünge“
Lyriklesung mit H. D. Gölzenleuchter. Musikalische Umrahmung Marielen Laufenberg-Simmler (Klavier).
Ort: Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade 

Archiv

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