Instrument des Monats Februar 2009

Viola-da-gamba aus Markneukirchen

Allgemein bekannt ist heute die Streichinstrumentenfamilie der Violinen, bestehend aus Violine, Viola (Bratsche) und Violoncello.



Ungefähr bis zum Ende des 18.Jhd. war jedoch eine weitere Familie, die der Violen, auch Gamben genannt, bestehend aus Diskant-, Alt- und Tenor-Bassgambe in Gebrauch. Der Ton der Gamben ist gegenüber dem  der Violinen sanfter, obertöniger und auch leiser. Sie sind damit vor allen für kleinere Räume, z.B. die der höfischen Kammermusik geeignet. Als daher Anfang des 19.Jhd. die großen Konzertsäle für das bürgerliche Publikum entstanden, verschwand die Gambe aus den Konzertsälen.

Alle Gamben werden sitzend und mit Untergriff-Bogenhaltung gespielt. Die Gambe hat abfallende Schultern (der heutige Kontrabass ist eine Art Gambe!), hohe Zargen, Decke und Boden ohne Randabstand, einen flachen zum Hals hin abgeschrägten Boden und meist C-förmige Schallöcher. Das Griffbrett hat sieben Bünde die das Akkordspielen erleichtern. Die sechs Darmsaiten (manchmal auch sieben) sind in Quart-Terz-Stimmung gestimmt, wobei die Terz in der Mitte liegt.

Die Viola-da-gamba wurde solistisch wie auch im Ensemble gespielt. Sie erschien erstmals im 15.Jhd. in Spanien und kam von dort über Italien und Flamen nach England, wo das Gamben-Consort eine hohe Blüte erreichte. In Deutschland war das englische und französische Repertoire Vorbild. Telemann, Buxtehude und J.S. Bach erschlossen durch ihre Kompositionen neue solistische Bereiche.

Man beachte bei dem ausgestellten Instrument die 4-fache Randeinlage und den geschnitzten Kopf.



Wolfgang Bettzieche

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