Instrument des Monats April 2009

Cister aus Thüringen

Die Cister ist ein seit dem Mittelalter bekanntes Zupfinstrument.



Sie gilt als Abkömmling der Zupffidel und auch als entfernter Nach fahre der antiken Cithara. Ihre heutige Gestalt entwickelte sich im 16. Jhd.

Sie war in den verschiedensten Größen und Stimmungen weit verbreitet. Decke und Boden sind meist flach. Anstelle von Darmsaiten, wie bei der Laute, hat sie Metallsaiten die mit dem Plektrum gezupft werden. Dies gibt ihr ihren unverwechselbaren, lieblichen Klang. Wegen ihrer Beliebtheit gab es zu der Zeit eine umfangreiche kammermusikalische und solistische Literatur.

Hier ausgestellt ist ein volkstümlicher Abkömmling, eine "Thüringer Waldzither". Gegenüber anderen Cistermodellen hat sie einen runderen Korpus.

Neben vier zweichöringen Saiten, das bedeutet viermal je zwei Saiten in gleicher Tonhöhe, ist im Bass eine zusätzliche Einzelsaite vorhanden. Es ist nicht klar, ob es sich hier um ein orginales Instrument aus dem 17. Jhd. Oder um einen Nachbau handelt. Sie wurde sowohl als Melodieinstrument als auch als Akkordinstrument verwendet.

Die Cister wurde zwar auch von musikliebenden Adeligen und Bürgern gespielt, doch zeigen viele Abbildungen sie in Händen von sogenannten "Bergsängern". Sie wurde zum Statussymbol der musizierenden Bergleute, vor allem im Harz und im Erzgebirge und hielt diese Funktion bis ins 19. Jhd. bei.
Zu den Aufgaben der Bergsänger gehörte die Umrahmung von Versammlungen und das Musizieren bei Festen der Knappschaft und auch privat. Als Dienstleidung war den Musikanten die bergmännische Festtracht vorgeschrieben. Ausdrücklich wurden diese ermahnt, sich eines "ordentlichen Betragens zu befleißigen und des Nacht-Singen uff der Gasse gänzlich zu enthalten".

Das ausgestellte Instrument ist besonders liebevoll gearbeitet und bemalt.

Wolfgang Bettzieche

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