Instrument des Monats Dezember 2004

Schellentrommel



Die Schellentrommel ist die Kombination eines Schüttelidiophons, ein Instrument bei dem die Eigenschwingung durch Schütteln erzeugt wird, und einem Membraphon, bei dem der Ton durch Schlagen einer Membrane entsteht. Sie wird auch Handpauke, Handtrommel oder Tamburin genannt. Das hier ausgestellte Exemplar besteht aus einer Zarge aus Holz, die auf einer Seite mit  einem Fell bespannt ist. Man beachte auf ihr innen und außen die schönen braun-weiß-schwarzen Intarsien.  Im Unterschied zu einer Rahmentrommel weist die Zarge fünf Schlitze auf, in denen sich je zwei beckenförmige, paarweise locker angebrachte  Metallscheiben befinden . Beim Schütteln des Instrumentes  und beim Schlagen auf  Fell und Zarge  (meist von Hand)  entsteht ein helles, metallisches Klirren, das den trockenen Schlagton des Felles übertönt. Im Orchester ist auch das Spiel mehrerer abgestimmter Schellentrommeln üblich, die auf Ständern liegen und mit Schlegeln angeschlagen werden.

Im asiatischen Raum diente die Schellentrommel als Kultinstrument. Während des Mittelalters war sie unter den Spielleuten verbreitet. Im 17.Jhd. war sie als Zigeunerinstrument bekannt und gelangte im 18.Jhd. über die türkische Janitscharenmusik in die europäischen Militärkapellen. Im frühen 19.Jhd. fand sie, bevorzugt zur Darstellung spanischen Kolorits, Eingang in das abendländische Orchester.

Wolfgang Bettzieche

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