Instrument des Monats Dezember 2008

Baryton aus Deutschland



Das Baryton gehört zur Familie der Viola da gamba, doch außer den sechs (oder sieben) Spielsaiten aus Darm hat es meistens noch neun manchmal aber auch bis zu 27 Resonanzsaiten aus Metall. Hierdurch entsteht ein scharfer, obertonreicher Klang, der es gut von den meistens verwendeten Begleitinstrumenten Viola und Violoncello absetzt. Die Resonanzsaiten dienen jedoch nicht nur zur Veränderung der Klanges des auf den Spielsaiten gestrichenen Tones, sondern können durch ein Fenster auf der Rückseite des Halses mit der linken Hand zur Begleitung gezupft werden.

Das Baryton fand im wesentlichen im ausgehenden 18.Jahrhundert in Süddeutschland und Österreich seine Verbreitung. Der bekannteste Spieler der damaligen Zeit war der Fürst Nikolaus von Esterhazy (1714-1790). In seinen Diensten stand ab 1761 Joseph Haydn (1732-1809). Dieser schrieb für das Instrument 175 Werke, darunter 126 Trios für Baryton, Viola und Violoncello. Da in den Trios drei tonlich tief liegende Instrumente miteinander musizieren, ergibt sich eine besonders reizvolle Musik. Vom Konzertmeister des Fürsten, Luigi Tomasini (1741-1808), sind 25 Trios bekannt. Hiervon sind jedoch nur drei mit Viola, die anderen mit Violine besetzt. Der Cellist der Hofkapelle Andreas Lidl (1740-1789) schrieb ebenfalls mehrere Trios. Von weiteren Komponisten der damaligen Zeit sind Kompositionen mit mehreren Instrumente aber auch mit Singstimmen bekannt.

Mit der Wiederentdeckung des Barytons im 20.Jahrhundert wurden auch wieder Werke in den verschiedensten Besetzungen komponiert.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats November 2008

Drehleier aus Frankreich

Die Drehleier (französisch: vielle ? roue) ist ein Streichinstrument bei dem die Saiten statt mit einem Bogen alle gleichzeitig mittels  eines von Hand gedrehten, im Korpus befestigten Rades angestrichen werden. Der Resonanzkörper wird sowohl in Gitarren- wie auch in Lautenform ausgeführt.



Das hier gezeigte Instrument hat eine Lautenform. Es hat zwei Melodiesaiten (chanterelles) und vier Bordunsaiten. Die Melodiesaiten können durch eine Klaviatur, hier mit 23 Tasten, verkürzt werden. Der Musikant hält das Instrument auf dem Schoß. Mit der rechten Hand dreht er die Kurbel und mit der linken Hand spielt er auf der Klaviatur die Melodie. Durch ruckartige Betätigung  können auch rhythmische Effekte hervorgebracht werden.

Das seit dem Mittelalter bekannte Instrument hatte im weltlichen und kirchlichen Bereich großes Ansehen. Verwendet wurde es damals als  Melodieinstrument zum Tanz wie auch zur Liedbegleitung. Seit dem 15.Jhd. wurde sie zum Bauern- und Bettlerinstrument. Im 18.Jhd. als passendes Instrument für die in Frankreich bei den Aristokraten beliebte Schäferidylle erlebte sie eine neue Blüte, die sich auch in der Kunstmusik niederschlug. So sind Kompositionen von Leopold Mozart (1719-1787), J.P.Boismortier (1689-1755) u.a. bekannt.

Mit dem Niedergang des Adels ging auch die Bedeutung des Instrumentes wieder zurück. Außer in ländlichen Gebieten verschwand es gegen Ende des 19.Jhd. in fast allen Ländern. Es hielt sich jedoch bis heute in Ungarn und Spanien, aber vor allem in Mittelfrankreich, wo es bis heute eine ununterbrochene Tradition in der Volksmusik hat.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Oktober 2008

Panflöten

Die Panflöte lässt sich auf etwa 2000 Jahre vor Chr. zurückdatieren. In Europa wird sie nach dem griechischen Flussgott Pan benannt.



Auf der Flucht vor ihm wurde die Nymphe Syrinx in ein Schilfrohr verwandelt, aus dem sich Pan seine Flöte schnitt. Die Panflöte bezeichnet einen Flötentypus, bei dem mehrere grifflose Eintonflöten zusammengefügt sind. Es handelt sich vorwiegend um offene Längsflöten, deren untere Enden meistens geschlossen sind. Sie ist weltweit in einer großen Typenvielfalt verbreitet. Unterschiede bestehen in der Pfeifenzahl, die zwischen 3 und 30 schwanken kann, oder im Material, so gibt es solche aus Schilf, Bambus, Holz, Ton oder Stein, aber auch in der Bauweise wie floßartig, in Rechteck-, Trapez oder Flügelform, oder aber gebündelt, ein- oder zwei- und mehrreihig, verschnürt, verklebt, oder auch aus einem Stück gefertigt. Meist sind die Pfeifen der Länge und damit der Tonhöhe nach geordnet, doch begegnet man auch anderen Ordnungsprinzipien.

In der Zigeunermusik des Balkans ist die Panflöte seit dem 18. Jhd. besonders beliebt.

Hier ausgestellt sind eine Bambusflöte aus China mit 16 symetrisch angeordneten unten geschlossenen Längsflöten, die vor allem durch ihre bunte Bemalung auffällt. Dann eine Bambusflöte aus Bolivien mit 7 Längsflöten sowie ein Instrument unbekannter Herkunft aus verzinntem Messing bei dem die 20 Flöten nur durch einen verlöteten, querlaufenden Metallstreifen zusammengehalten werden.

 

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats September 2008

Idiophone zur Tanzbegleitung

Idiophone sind Instrumente bei denen der Ton durch Eigenschwingungen des Instrumentes, also nicht durch die Schwingungen einer Membran, einer Saite oder einer Luftsäule erzeugt wird.



Sie bestehen aus einem Naturmaterial, das auf verschiedene Weise z.B. Schlagen, Stampfen, Schütteln, Zupfen, Reiben usw. zum Klingen gebracht wird. Ihre Entwicklung begann vor vielen tausend Jahren, als der Urmensch zum ersten Mal Stäbe, Knochen oder Steine aneinander schlug, um den Rhythmus seines Händeklatschens und Fußstampfens zu verstärken. Bis heute werden die verschiedensten Idiophone verwendet, um Gesang und Tanz zu begleiten oder auch um Signale zu geben. Das Interesse an verschiedenen Klängen und Tonhöhen führte zu einer vielfältigen Entwicklung in Größe und Beschaffenheit wie dem Xylophon und dem Gongspiel.

Ausgestellt sind erstens eine Schnurrassel aus Brasilien. Zwei Reihen von Fruchtkapseln sind auf einer geflochtenen Hanfschnur befestigt. - Weiterhin eine Aufschlagrute aus Deutschland, einem besenartig ausgeschnittenen Holzblock der in einen Griff ausläuft, - sowie eine auch aus Deutschland stammende Klapper. Bei ihr schlagen beim Schütteln zwei Bretter, die mit Lederstreifen und Schrauben befestigt sind, auf ein feststehendes Mittelbrett. Der Griff ist gedrechselt.

Wolfgang Bettzieche

Idiophone zur Tanzbegleitung

 

 

Idiophone sind Instrumente bei denen der Ton durch Eigenschwingungen des Instrumentes, also nicht durch die Schwingungen einer Membran, einer Saite oder einer Luftsäule erzeugt wird.

IdM

Sie bestehen aus einem Naturmaterial, das auf verschiedene Weise z.B. Schlagen, Stampfen, Schütteln, Zupfen, Reiben usw. zum Klingen gebracht wird. Ihre Entwicklung begann vor vielen tausend Jahren, als der Urmensch zum ersten Mal Stäbe, Knochen oder Steine aneinander schlug, um den Rhythmus seines Händeklatschens und Fußstampfens zu verstärken. Bis heute werden die verschiedensten Idiophone verwendet, um Gesang und Tanz zu begleiten oder auch um Signale zu geben. Das Interesse an verschiedenen Klängen und Tonhöhen führte zu einer vielfältigen Entwicklung in Größe und Beschaffenheit wie dem Xylophon und dem Gongspiel.

Ausgestellt sind erstens eine Schnurrassel aus Brasilien. Zwei Reihen von Fruchtkapseln sind auf einer geflochtenen Hanfschnur befestigt. - Weiterhin eine Aufschlagrute aus Deutschland, einem besenartig ausgeschnittenen Holzblock der in einen Griff ausläuft, - sowie eine auch aus Deutschland stammende Klapper. Bei ihr schlagen beim Schütteln zwei Bretter, die mit Lederstreifen und Schrauben befestigt sind, auf ein feststehendes Mittelbrett. Der Griff ist gedrechselt.

 Wolfgang Bettzieche

Aktuelle Ausstellungen

24. September 2017 bis 14. Januar 2018
Umbruch im Königreich Stiepel
Von Luther zum Lutherhaus

Eröffnung: 24.09.2017, 11.30 Uhr im Burghof von Haus Kemnade mit den Posaunenchören Stiepel-Dorf und Stiepel-Haar.

Umfangreiches Begleitprogramm

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Veranstaltungen

Begleitprogramm

Sonntag, 12. November 2017, 11.00 Uhr
„kreuz“ - Performance zu Progrom und Verfolgung mit Lyrik (Heide Rieck) - Tanz (Deborah Heupel) und Musik (Christiane Conradt, Cello)
Eintritt: 10 €, erm. 8 €.

 

Das Erbe des Barock

Dienstag, 14. November 2017, 19:30 Uhr, Dorfkirche Stiepel

ILIOS-TRIO

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Begleitprogramm

Sonntag, 26. November 2017 11.00 Uhr
"Warum der Herr von Syberg die Religionsedikte in seiner Herrschaft nicht verkünden lassen wollte oder wie Konfessionen im 17. Jahrhundert miteinander auskamen, die sich nicht mochten"

Ein Vortrag von Prof. Dr. Dieter Scheler.
Musik: Martin Junge (Laute)
Eintritt frei.


Sonntag, 3. Dezember 2017, 11.00 Uhr
„Sternenwunder“ - Eine Weihnachtsgeschichte für Kinder mit dem Figurentheater Wilde Hummel.
Eintritt frei.


Sonntag, 10. Dezember 2017, 11.00 Uhr
„Vom Himmel hoch“ Weihnachtslieder aufgefrischt, für alle die mitsingen wollen.
Eintritt: 5 €, erm. 3 €.

Sonntag, 14. Januar 2018  11.00 Uhr
„Und die Frauen, Herr Luther?“  - Eine Lesung mit Hella-Birgit Mascuhs.
Eintritt frei.

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