Instrument des Monats Oktober 2004

Schneckentrompete aus Tibet

 
Die Trompeten gehören zur Instrumentenfamilie der Aerophone. Dies sind Instrumente bei denen die Luft selbst der schwingende Teil ist. Unterschieden werden freie Aerophone, bei denen die Luft nicht durch das Instrument begrenzt ist, wie z.B. die Lochsirene, und die eigentlichen Blasinstrumente, bei denen die Luft im allgemeinen in einer Röhre eingeschlossen ist, nämlich die Flöten-, Rohrblatt- und Trompeteninstrumente.

Wie viele bildliche Darstellungen zeigen, wurden trompetenartige Instrumente schon in der Antike und in vielen Kulturen verwendet. Sie dienten zunächst vor allem als Signalinstrument, wurde dann aber zum vollwertigen, melodiefähigen Instrument weiterentwickelt und sind somit heute in vielfältigem musikalischem Einsatz.

Die hier ausgestellte Schneckentrompete aus Tibet, ?Dung Kar? genannt, stellt nun eine Ausnahme zu den bisherigen Vorstellungen von Trompeten dar. An Stelle einer Röhre wird hier ein Schneckengehäuse verwendet. Unter- und Oberende sind mit schönem, reliefdekoriertem Silberblech verkleidet. Im Oberende befindet sich das trichterförmige Mundloch. Diese Trompeten wurden in den Klöstern verwendet. Im Freien wurden sie paarweise zu kultischen Zwecken nach den vier Himmelsrichtungen geblasen.


Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Sept. 2004

Schlitztrommel aus Bali



Obwohl Trommel genannt, worunter man sich meistens ein Instrument mit einer Membrane vorstellt, gehört die Schlitztrommel zu der Instrumentenfamilie der ?Idiophone?. Dies sind Instrumente bei denen der Ton durch Eigenschwingungen des Körpers, also nicht durch Schwingungen einer Membrane, einer Saite oder einer Luftsäule entsteht. Idiophone können auf verschiedene Art zum Klingen gebracht werden, z.B. Aufschlagen, Schlagen, Schrappen usw. Sie bestehen meist aus Naturmaterial. Ihre Entwicklung begann vor vielen tausend Jahren, als die Menschen zum ersten Mal Stäbe, Steine oder auch Knochen gegeneinander schlugen, um den Rhythmus des eigenen Händeklatschens oder Füßeklatschens z.B. beim Tanz zu verstärken.

Die hier gezeigte Schlitztrommel aus Bali ist ein Aufschlagidiophon bestehend aus dem Abschnitt eines Baumstammes, der in der Mitte durch einen Längsschlitz ausgehöhlt ist. Er ist bemalt in Gestalt eines Fabelwesens, einem Drachen ähnlich. Die Tonhöhe der Schlitztrommel ist abhängig von der Wandstärke, der als Anschlagstelle dienenden Schlitzränder und der Größe des Resonanzraumes. Der Anschlag erfolgt mittels eines hier originalen Holzschlegels aus Hartholz.

Bei dem hier gezeigten Instrument ist die diesem Volk eigene ungezwungene erotische Komponente nicht zu übersehen. Es handelt sich um ein besonders schön gearbeitetes und bemaltes Exemplar.

 

Wolfgang Bettzieche

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