Instrument des Monats März 2005

Schalmei aus Tibet od. Nepal



Das hier gezeigte Blasinstrument, Puja-Muhali genannt, gehört zur Instrumentenfamilie der Schalmeien. Dies sind im weitesten Sinne die Blasinstrumente, deren Ton mit einem einfachen oder doppeltem Rohrblatt erzeugt wird. Sowohl die in heutigen Orchestern verwendeten Oboen und Klarinetten fallen unter diesen Begriff. Das Rohrblatt wird aus verschiedenen Holzarten hergestellt und hat dadurch die Eigenschaft einer ?weichen Zunge? im Gegensatz zu Instrumenten mit ?harten Zungen? aus Metall wie Orgeln oder Harmonikas. Die Instrumente der Schalmeienfamilie sind bis zu den alten Kulturen des Mittleren Ostens und Europas verfolgbar. Sie haben meistens einen grellen, surrenden Klang. Dies erlaubt die Verwendung im Freien. So werden sie im Orient noch heute zusammen mit Trommeln und Trompeten eingesetzt. Bildquellen belegen indessen, dass man im ausgehenden Mittelalter die Schalmei auch mit Fideln und anderen Saiteninstrumenten kombinierte. Das hier ausgestellte Instrument ist aus Holz mit Messingringen umwunden. Es hat acht Grifflöcher im gleichen Abstand. Das Rohrblatt ist original.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Februar 2005

Handharmonika


Die Handharmonika ist ein auch noch heute weit verbreitetes Instrument vor allem der Volks- und Tanzmusik, das erst zu Beginn des 19.Jhd. entwickelt wurde. Es gehört zur Familie der Aerophone, das heißt, dass die Tonerzeugung mittels Luft erfolgt. Diese wird durch freischwingende, sogenannte Durchschlagzungen aus Metall geblasen. Je nachdem, ob beim Ziehen oder Zusammendrücken des Balges der gleiche oder ein unterschiedlicher Ton entsteht, handelt es sich um eine chromatische oder diatonische Harmonika. Die ersteren, meistens als Akkordeon bezeichnet, haben für das Spielen der Melodie eine Klaviatur. Sie wurden im Laufe der Zeit zu vollwertigen, professionellen Instrumenten entwickelt.

Die hier gezeigte diatonische Handharmonika wurde in Sachsen gebaut. Die Beschriftung in englischer Sprache lässt darauf schließen, dass sie für den Export gedacht war. Dies ist ein Zeichen für den damaligen hohen Standard der deutschen Instrumentenfabrikation. Man beachte hierzu auch die bunte Ausführung mit Blumenbordüren.

Auf der rechten Seite befinden sich 17 Knöpfe in 2 Reihen zum Spielen der Melodie. Hierdurch war die Zahl der spielbaren Tonarten sehr eingeschränkt. Insgesamt 5 Klappen auf der linken Seite sind für das Spielen des  Basses bestimmt. Die beiden auf der rechten Seite oben herausragenden Registerzüge beeinflussen die Bässe (z.B. Schwebeton oder Tremolo).

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Dezember 2004

Schellentrommel



Die Schellentrommel ist die Kombination eines Schüttelidiophons, ein Instrument bei dem die Eigenschwingung durch Schütteln erzeugt wird, und einem Membraphon, bei dem der Ton durch Schlagen einer Membrane entsteht. Sie wird auch Handpauke, Handtrommel oder Tamburin genannt. Das hier ausgestellte Exemplar besteht aus einer Zarge aus Holz, die auf einer Seite mit  einem Fell bespannt ist. Man beachte auf ihr innen und außen die schönen braun-weiß-schwarzen Intarsien.  Im Unterschied zu einer Rahmentrommel weist die Zarge fünf Schlitze auf, in denen sich je zwei beckenförmige, paarweise locker angebrachte  Metallscheiben befinden . Beim Schütteln des Instrumentes  und beim Schlagen auf  Fell und Zarge  (meist von Hand)  entsteht ein helles, metallisches Klirren, das den trockenen Schlagton des Felles übertönt. Im Orchester ist auch das Spiel mehrerer abgestimmter Schellentrommeln üblich, die auf Ständern liegen und mit Schlegeln angeschlagen werden.

Im asiatischen Raum diente die Schellentrommel als Kultinstrument. Während des Mittelalters war sie unter den Spielleuten verbreitet. Im 17.Jhd. war sie als Zigeunerinstrument bekannt und gelangte im 18.Jhd. über die türkische Janitscharenmusik in die europäischen Militärkapellen. Im frühen 19.Jhd. fand sie, bevorzugt zur Darstellung spanischen Kolorits, Eingang in das abendländische Orchester.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats November 2004

Angklung aus Indonesien



Das Anklung ist ein Schüttelidiophon. Idiophone sind Instrumente bei denen der Ton durch Eigenschwingungen des Instrumentes, also nicht durch eine Membrane, eine Luftsäule oder eine schwingende Saite erzeugt wird. Zu ihnen gehören die hier ausgestellten acht Rahmenrasseln. In jedem Rahmen befinden sich zwei unterschiedlich lange in einer Oktave gestimmte Bambusröhren. Die Röhren sind unten verschlossen und gleiten mit zwei Zapfen in einem querliegenden Bambusrohr, nach oben sind sie zu 3/4 bis 2/3 ihrer Länge aufgeschnitten. Die Rasseln hängen auf einem Gestell aus Bambus. Beim Schütteln schlagen die Röhren in unregelmäßiger Folge an die unterste Gitterstange und erzeugen dabei sanft klingende Töne.

Das Anklung wird vor allem im Orchester verwendet. Dieses besteht meistens aus neun oder vierzehn Instrumenten, welche über mehrere Oktaven hinweg der Pentatonik ähnelnde Skalen spielen. Die Melodie wird auf verschiedene Stimmen verteilt, so dass bei Pausen des einen Instrumentes ein anderes die Melodie weiterführt.

Die hier gezeigten Instrumente haben jeweils zwei Aufschlagröhren, es gibt aber auch solche mit drei oder vier Röhren.

Wolfgang Bettzieche

Aktuelle Ausstellungen

24. September 2017 bis 14. Januar 2018
Umbruch im Königreich Stiepel
Von Luther zum Lutherhaus

Eröffnung: 24.09.2017, 11.30 Uhr im Burghof von Haus Kemnade mit den Posaunenchören Stiepel-Dorf und Stiepel-Haar.

Umfangreiches Begleitprogramm

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Veranstaltungen

Begleitprogramm

Sonntag, 12. November 2017, 11.00 Uhr
„kreuz“ - Performance zu Progrom und Verfolgung mit Lyrik (Heide Rieck) - Tanz (Deborah Heupel) und Musik (Christiane Conradt, Cello)
Eintritt: 10 €, erm. 8 €.

 

Das Erbe des Barock

Dienstag, 14. November 2017, 19:30 Uhr, Dorfkirche Stiepel

ILIOS-TRIO

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Begleitprogramm

Sonntag, 26. November 2017 11.00 Uhr
"Warum der Herr von Syberg die Religionsedikte in seiner Herrschaft nicht verkünden lassen wollte oder wie Konfessionen im 17. Jahrhundert miteinander auskamen, die sich nicht mochten"

Ein Vortrag von Prof. Dr. Dieter Scheler.
Musik: Martin Junge (Laute)
Eintritt frei.


Sonntag, 3. Dezember 2017, 11.00 Uhr
„Sternenwunder“ - Eine Weihnachtsgeschichte für Kinder mit dem Figurentheater Wilde Hummel.
Eintritt frei.


Sonntag, 10. Dezember 2017, 11.00 Uhr
„Vom Himmel hoch“ Weihnachtslieder aufgefrischt, für alle die mitsingen wollen.
Eintritt: 5 €, erm. 3 €.

Sonntag, 14. Januar 2018  11.00 Uhr
„Und die Frauen, Herr Luther?“  - Eine Lesung mit Hella-Birgit Mascuhs.
Eintritt frei.

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