Instrument des Monats Mai 2006

Martinstrompete



Die Martinstrompete, auch Martinshorn oder Schalmei genannt, wurde um 1925 von M. B. Martin in der Instrumentenstadt Markneukirchen entwickelt und 1927 patentiert. Sie gehört zur Instrumentenfamilie der Aerophone und ist ein Blasinstrument, bei dem mehrere, ursprünglich für Signalzwecke eingesetzte Eintoninstrumente kombiniert sind. Sie haben Aufschlagzungen. Durch Ventile lassen sich die für jeden Ton separat vorhandenen Röhren alternativ einschalten.

Die Martinstrompete war als Ersatz für die relativ teuren und schwer zu spielenden Blechblasinstrumente in Laienkapellen gedacht. Sie wurde in verschiedenen Tonlagen gebaut, vom Piccolo bis zum Kontrabass. Jedes Instrument hatte bis zu 16 (heute bis 8) Töne, einige waren ausschließlich zum Akkordspiel eingerichtet. Wegen des beschränkten Tonumfanges und der mangelhaften, vom Spieler nicht beeinflussbaren Intonation konnten sich die Martinshörner nur kurze Zeit behaupten, vor allem in den so genannten Schalmeienkapellen kommunistischer Gruppen. Das, wenn auch nicht als Musiker sondern als Politiker, bekannteste Mitglied einer solchen Kapelle war der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honnecker.

 Seit dem Zweiten Weltkrieg fanden Martinshörner nur noch gelegentlich Verwendung.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats April 2006

Italienische Mandoline



Foto: Andrea Grune
Italienische Mandoline

In Verbindung mit der z.Zt. stattfindenden Ausstellung "Reiselust" (in Italien) wird in diesem Monat noch einmal eine Mandoline als ein typisch italienisches Instrument ausgestellt.

Sie ist ein in mehreren Bauformen existierendes Zupfinstrument der Lautenfamilie mit einem bauchigen, halb birnenförmigen, aus schmalen Holzspänen zusammengesetzten Schallkörper. Dieser ist jedoch tiefer gewölbt und normalerweise kleiner, als der einer Laute. Das ausgestellte Instrument gehört zu den sogenannten "Neapolitanischen Mandolinen" (italien.: mandolino napoletano) der verbreitetsten Mandolinenart. Bei dieser Bauform ist die Decke an ihrer breitesten Stelle unterhalb des Steges leicht abgeschrägt und hat ein großes offenes Schallloch. Wie viele andere hat auch dieses Instrument schöne Intarsienverzierungen. Der Schmetterling auf der Decke dient nicht nur zur Verzierung, sondern auch zum Schutz gegen Kratzer, die beim Spiel mit einem harten Plektrum entstehen können. Der kurze Hals hat Bünde und am 5.,7.,9. und 12. Bund  Bundmarken, die das Spiel von Quart, Quint, Sext und Oktave erleichtern. Er endet in einer leicht nach hinten geknickten Wirbelplatte mit hinterständigen Wirbeln. Die vier Doppelsaiten sind in Quinten, wie bei einer Violine, gestimmt. Sie werden entweder gezupft oder mit einem Plektron aus Schildpatt angerissen. Durch schnelles Hin- und Herbewegen entsteht dabei der charakteristische helle, rauschende Tremoloklang.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats März 2006

Ungarische Zither

Zither

Foto: Andrea Grune  

Die Zither gehört zur Instrumentenklasse der Chordophone, das sind solche bei denen eine oder mehrere Saiten zwischen festen Punkten eingespannt sind. Dabei ist je nach der Form des Saitenträgers zwischen Stabzithern, Röhrenzithern, Wölbbrettzithern und Brettzithern, auch Kastenzithern genannt, zu unterscheiden. Die Saiten werden je nach Instrument gezupft, geschlagen, gestrichen oder ausnahmsweise (Äolsharfe) angeblasen.

Während Ostasien das Hauptverbreitungsgebiet von Wölbbrettzithern ist, hat Südasien die Röhrenzither entwickelt.

Im engeren Sinne ist in Europa die Zither ein Zupfinstrument mit einem flachen, kastenförmigen Korpus, das an einer Saite ausgebuchtet ist und dessen Decke ein Schallloch sowie gegenüber der Buchtung ein Griffbrett aufweist. Sie entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 18.Jhd. aus dem mittelalterlichen Scheitholz und war vor allem in Bayern, Tirol, dem Salzburgischen und in der Schweiz verbreitet. Der Aufschwung des Zitherspieles im 19.Jhd. brachte eine Weiterentwicklung in Form und Saitenzahl durch verschiedene bayerische und österreichische Instrumentenbauer mit sich. Gleichzeitig entwickelte sie sich musikalisch vom Begleitinstrument für Lieder und Tanz zum Konzertinstrument.

Die hier gezeigte, in Ungarn hergestellte Zither ist besonders schön gearbeitet. Sie hat 5 Melodiesaiten und 15 Begleitsaiten. Auf die 3 geschnitzten Pferdeköpfe und das geschnitzte Blumendekor sei besonders hingewiesen.

 

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Februar 2006

Holzglocke



Foto: Andrea Grun

Holzglocke

Als Glocken bezeichnet man runde oder becherförmige Musikinstrumente die einen klingenden Ton von sich geben, wenn man sie anschlägt. Sie werden in großer Zahl auch als Signalgeber z.B. in Schulen und Wohnungen verwendet. Auch zur Warnung vor Gefahr (Feuerglocke) oder zur Angabe der Tageszeit (Turmglocke) werden und wurden sie verwendet, so dass man sie oft nicht mehr als Musikinstrumente ansehen konnte. Sie fanden jedoch schon immer in Orchestern ihre Verwendung, in China z.B. seit viertausend Jahren.

Die Glocken gehören zur Instrumentenfamilie der ?Idiophone? (Selbstklinger), bei denen der Ton durch Eigenschwingungen des Instrumentes, also nicht durch eine Membran, Saite oder Luftsäule erzeugt wird.

Sie werden gewöhnlich aus Eisen (früher auch aus Stahl) oder Bronze hergestellt. Seltener sind solche aus Ton, Glas, Porzellan oder auch Holz, wodurch natürlich der Toncharakter bestimmt wird.

Sie sind die kleinsten Musikinstrumente aber auch die größten. Winzige Schlittenglöckchen werden im Orchester verwendet, die ?Big Ben? im Turm des Londoner Parlamentsgebäudes wiegt dagegen über dreizehn Tonnen.

Die hier gezeigte Glocke aus Holz diente wahrscheinlich als Rhythmusinstrument z.B. beim Tanz. Durch die ungewöhnliche Ausführung mit zwei Klöppeln, statt sonst einem, konnten besondere Klangeffekte erzielt werden.

Wolfgang Bettzieche

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