Instrument des Monats Februar 2007

Särangi aus Nordindien oder Pakistan



Foto: Andrea Grune

Die Särangi gehört zu der in vielen Ländern der Welt in großer Vielfalt vorhandenen Instrumentenfamilie der Fideln. Das aus gestellte Stück ist eine mit einem Bogen zu streichende Kurzhalsfidel. Der Korpus wurde aus einem Stück Holz geschnitzt. Es hat einen an der Oberseite leicht eingezogenen Korpus und einen breiten abgesetzten Hals mit großem Wirbelkasten. Die Decke ist aus einem Fell in Klebespannung. Vier Spielsaiten aus Draht werden von vier großen Flankenwirbeln gespannt, die elf Resonanzsaiten sind an seitenständigen Wirbeln befestigt. Ein einfacher Brückensteg hat zwei Saitenebenen.

Besonders hervorzuheben ist bei diesem Instrument die dekorative Ausführung aller Teile. Halsoberseite, Hautdecke und die Korpusrückseite sind mit islamischen Personendarstellungen bemalt. Die zeigt, dass die Instrumente nicht nur dem Musizieren dienten, sondern auch der Repräsentation des eigenen Wohlstandes.

Das Instrument hat kein Griffbrett. Die Saiten werden beim Spielen dadurch verkürzt, dass die Finger seitlich dagegen gepresst werden.

Das Instrument wird sowohl in der volkstümlichen wie in der klassischen Musik verwendet und dort auch virtuos gespielt.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats August 2006

Spieldosen

 

Daran, dass Spieldosen im Volksmund auch Spieluhren genannt werden, ist zu erkennen, dass diese Instrumente von Uhrenmachern entwickelt wurden. Die erste Spieldose baute wahrscheinlich 1796 der Schweizer Uhrenmacher A.Favre.

Sie haben ein mechanisches Musikwerk bei dem die Töne durch Anreißen von Metallzungen mittels Stiften einer rotierenden Metallscheibe oder Stiftwalze entstehen. Die oft auswechselbare Walze wird in der Regel durch ein aufziehbares Federwerk angetrieben. Die Metallzungen sitzen auf einem aus einer einzigen Stahlplatte gefertigten Stahlkamm. Ein Windflügelsystem sorgt für den gleichmäßigen Ablauf. Die Spieldauer hängt von der Größe des Instrumentes ab und dauert meist nur 30-60 Sekunden. Ausgehend von der Schweizer Uhrenindustrie erlebten die mechanischen Stahlkammspielwerke als Massenproduktion zur Verbreitung volkstümlicher Melodien, populärer Opernarien usw. ihre Blütezeit im 19.Jhd., aber auch heute sind sie noch sehr beliebt.

Die Vielfalt der Ausführungen ist an den ausgestellten Exemplaren zu erkennen:

1) Spieluhr in Form eines Konzertflügels

2) Spieluhr in Form eines Konzertflügels mit Tänzerin

3) Spieluhr in Form einer Pagode mit Zigarettenspender

4) Spieluhr in Form eines Hauses als Spardose

5) Kleine Kinderspieluhr

Wolfgang Bettzieche


Instrument des Monats Juli 2006

Gusle aus dem Balkan



Foto: Andrea Grune

Die Gusle gehört zur Instrumentenfamilie der "Chordophone" also  der Streichinstrumente, bei denen der Ton durch das Vibrieren einer Saite  entsteht. Diese Instrumente wurden zunächst nur gezupft. Ungefähr im 10. Jhd. nach Christi kam der Streichbogen hinzu.

Das hier gezeigte Instrument ist eine gestrichene Laute. Gestrichene Lauten sind als Volksinstrument in vielen verschiedenen Ausführungen besonders in Afrika, Asien und Europa verbreitet.

Zu sehen ist hier eine einsaitige, griffbrettlose Gusle aus dem Raum Bosnien-Herzegowina-Serbien. Der kleine gewölbte Korpus und dessen schlanker Hals sind aus einem einzigen Stück Holz gefertigt und mit reichhaltigen Verzierungen versehen. Der Hals ist am Ende als Tierkopf gestaltet und auch mit reichen Schnitzereien geschmückt. Die Decke ist aus Fell und genagelt. Das Instrument hat nur eine Saite mit Unterbefestigung an einem Zapfen. Die Saite wird beim Spielen mit den Fingern von der Saite her in der Luft gegriffen und mit einem einfachen kleinen Bogen gerstrichen. Der Spieler spielt auf dem Instrument einschließlich der leeren Saite nur fünf Töne. Er begleitet sich selbst bei epischen Gesängen, spielt aber auch zum Tanz auf.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Juni 2006

Rasseln aus Afrika



Foto: Andrea Grune

Rasseln sind Idiophone (Selbstklinger). Dies sind Instrumente bei denen der Ton durch die Eigenschwingung des Instrumentes, nicht also durch eine Membran, Saite oder Luftsäule erzeugt wird. Bei den geschüttelten oder angeschlagenen Rasseln prallen die Rasselkörper gegen den Rasselkorpus oder gegeneinander. Hierdurch entsteht ein unpräzises, prasselndes Geräusch. Sie haben durch viele tausend Jahre in der Musik, aber z.B. auch bei den Zauberriten primitiver Völker eine Rolle gespielt. Heute werden sie hauptsächlich in der Tanz- und Unterhaltungsmusik, seltener in der Kunstmusik verwendet. Daneben sind sie aber auch noch im volkstümlichen Brauchtum und als Kinderspielzeug in Gebrauch. Neben der Rahmenrassel, bei denen die Rasselkörper gegen einen Rahmen schlagen, sind die Gefäßrasseln von Bedeutung. Die einfachsten Instrumente dieser Art sind getrocknete Kürbisse, Kalebassen oder Schoten mit innenliegenden Samenkörpern. Andere für Rasseln verwendete Materialien sind Tierhäute, Holz, Bast, Ton und Metall. Die hier gezeigten Instrumente gehören zu der seltener zu sehenden Gruppe der Netzrasseln. Bei ihnen werden nicht die in der Frucht vorhandenen Samenkörper zum Rasseln verwendet, sondern sie werden zusätzlich mit einem Netz aus Schnüren überzogen, auf denen die Rasselkörper angebracht werden. Dies können z.B. Muscheln oder größere Samenkörper sein. Wie an den Ausstellungsstücken zu sehen, hat hierdurch der Instrumentenbauer die Möglichkeit das Instrument über den musikalischen Zweck hinweg auch äußerlich geschmackvoll zu gestalten.

Wolfgang Bettzieche

Aktuelle Ausstellungen

18. Juni bis 3. September 2017
Vier Positionen zeitgenössischer Skulptur
A/A (Andreas Greiner und Armin Keplinger), Aram Bartholl,Reiner Maria Matysik, Katrin Wegemann 

Details ...

Veranstaltungen

Archiv

Hier geht es zu unserem Veranstaltungsarchiv

Foerderverein Haus Kemnade, Powered by Webdesign-Glathe