Instrument des Monats August 2008

Hand-Harmonika und Akkordeon

Die Hand-Harmonika und das Akkordeon zählen zur Instrumentenfamilie der Aerophone, d.h. den mit Luft betriebenen Instrumenten.



Beide haben metallene Durchschlagzungen, die durch einen in der Mitte liegenden Handblasebalg in Schwingung gebracht werden.

Die Hand-Harmonika hat zum Spielen nur Knöpfe und beim Ziehen oder Drücken des Balges werden verschieden hohe diatonische Töne erzeugt.

Zum Unterschied zu dieser ?Wechseltönigkeit? ist das Akkordeon ?gleichtönig? aufgebaut, d.h. die Tonhöhe ist unabhängig vom Blasebalg. Ursprünglich auch auf der Melodieseite mit Knöpfen ausgeführt, wurden bald auch Instrumente mit einer Piano-Tastatur ausgerüstet. Bei beiden Instrumenten sind die Bassseiten identisch, der Tonumfang des Knopfdruck-Akkordeons ist jedoch auf der Melodieseite wegen der engeren Lage der Knopftasten größer. Auf der Bassseite können durch die Betätigung eines Knopfes die verschiedensten Akkorde (daher der Name "Akkordeon") wie z.B. Dur- und moll- oder Septimen-Akkorde erzeugt werden.

Instrumente mit Durchschlagzungen wurden erst um 1750 in Europa bekannt. Das Akkordeon mit Knopfdruck-Mechanik entstand im 19.Jhd. Das heute populärere Piano-Akkordeon entwickelte sich erst nach 1900. 1927 wurde das erste Akkordeon-Orchester gegründet. Inzwischen gibt es hierfür eine umfangreiche Literatur.

 Text und Foto Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Juni 2008

Uilleann-Pipe aus Irland

Die Uilleann-Pipe (engl. Union-Pipe) ist eine seit dem 18.Jahrhundert in Irland verbreitete, hoch technisierte Sackpfeife (auch Dudelsack genannt).
Wegen ihrer komplizierten Spieltechnik kann die Uilleann-Pipe ausschließlich im Sitzen gespielt werden.




 

Dabei wird die Luft durch einen Blasebalg (statt einer Blaspfeife) in den Sack geleitet, die Pfeifen liegen schräg vor dem Spieler auf den Knien. Das Instrument hat eine Melodiepfeife mit Grifflöchern und Doppelrohrblatt sowie drei stimmbare gedackte Bordunpfeifen mit Aufschlagzungen.

Darüber hinaus sind drei weitere stimmbare gedackte Bordunpfeifen mit Doppelrohrblättern vorhanden. Diese haben 4 bzw.5 Grifflöcher die alle mit Messingklappen versehen sind und mit dem Handballen bzw. mit den gerade unbeschäftigten Fingern betätigt werden.

Dadurch lassen sich entweder der Melodieraum erweitern oder aber unabhängige Begleitstimmen ausführen. Wenn der Spieler alle Grifflöcher und zugleich mit Hilfe des Knies das untere Ende der Melodiepfeife verschließt, setzt der Ton aus. Diese Spielweise ermöglicht sowohl die Ausführung von Tonrepetitionen als auch eines wirklichen Staccatos.
Überdies können in gewissen Grenzen Lautstärke und Tonhöhe beeinflusst werden, indem der Spieler die Melodiepfeife allmählich ganz mit dem Knie verschließt oder auf dieselbe Weise öffnet.


Wolfgang  Bettzieche

Instrument des Monats Mai 2008

Kesselgong aus Indonesien und Bechertrommel aus Indien




Der Gong ist bekannt als eine runde, metallene mehr oder weniger gebogene Scheibe die an den Rändern an einem Gestell hängt und mit einem Schlegel in der Mitte angeschlagen wird. Der stärkste Klang entsteht, im Unterschied zur Glocke, in der Mitte und wird zum Rand hin schwächer.

Das hier ausgestellte Instrument ist eine Sonderform und ähnelt einer Trommel in Sanduhrform. Es besteht aus Eisenguss, ist unten offen und hat oben eine überkragende Metallplatte. An den Seiten befinden sich vier henkelartige Griffe.

Trommeln sind in großer Vielfalt bekannt. Im Unterschied zu dem oben beschriebenen Kesselgong hat die Trommel zur Tonerzeugung je nach Bauart ein oder zwei gespannte Felle. Es gibt sie in zylindrischer, konischer oder auch in Form eines Fasses. Sie werden getragen oder auf den Boden gestellt.

Das hier ausgestellte Instrument ist eine Bechertrommel aus verzinktem Messing. Sie hat einen flachen, schalenartigen Korpus mit einem langen sich erweiterndem Hals. Die Hautdecke wird mit einem Metallwickelreifen und sechs Spannschrauben gespannt.

Bei beiden Instrumenten sei auf die schönen Verzierungen hingewiesen, die durch die Verwendung von Metall als Klangkörper möglich wurden.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats April 2008

Sackpfeife aus Polen

 



Die Sackpfeife, in Deutschland auch Dudelsack, in Polen Dudy oder Duda genannt, ist ein volkstümliches Rohrblattinstrument. Seit dem ersten nachchristlichem Jahrhundert ist es in Asien Europa und Nordafrika bekannt.

 Ein Sack, meist aus Tierhaut, hier mit Fell, dient als Windmagazin. Der Spieler bläst die Luft durch ein Anblasrohr in den Sack oder füllt diesen, wie bei dem ausgestellten Instrument zu sehen, mittels eines Blasebalges. Die so gespeicherte Luft wird durch Armdruck in die Pfeifen gepresst und bringt diese zum Erklingen. So entsteht der für dieses Instrument typische ununterbrochene Klang. Je nach Größe des Sackes kann der Spieler für eine gewisse Zeit selbst singen, ohne das instrumentale Spiel unterbrechen zu müssen. Bei den Pfeifen wird zwischen Melodie- und Bordunpfeifen unterschieden. Das ausgestellte Instrument hat nur eine Melodie- und eine  Bordunpfeife. In der Regel haben die Instrumente jedoch zwei Melodie- und zwei oder auch mehr Bordunpfeifen.  Die Bordunpfeifen haben nur je einen Ton und bilden die musikalische Basis. Die beiden mittels Löchern in der Tonhöhe veränderbaren Melodiepfeifen ermöglichen es, in einem engen Tonraum zwei von einander unabhängige Stimmen zu musizieren. Instrumente mit nur einer Melodiepfeife erlauben die Ausweitung der Melodie bis zur Oktave und sogar ein Überblasen in noch höhere Töne.

Die Sackpfeife ist ein typisches Hirteninstrument und wird meist solistisch gespielt. In Schottland jedoch wurde sie zum Symbol der nationalen Identität und fand Eingang in die Militärmusik.

Wolfgang Bettzieche

Aktuelle Ausstellungen

5. März bis 23. April 2017

Peter Beckmann
Der Tod tanzt auf dem Lande
Haus Kemnade, An der Kemnade 10, 45527 Hattingen

Details ...

Veranstaltungen

Archiv

Hier geht es zu unserem Veranstaltungsarchiv

Foerderverein Haus Kemnade, Powered by Webdesign-Glathe