Instrumente des Monats

Der Förderverein hat von 2004 bis 2009 ein "Instrument des Monats" veröffentlicht. Die Reihe wurde Herrn Wolfgang Bettzieche, einem langjährigen Mitglied des Vereins, erstellt. Nachfolgend sind die insgesamt 41 Präsentationen einzelner Musikinstrumente der Sammlung Grumbt aufgelistet.

Instrument des Monats Juli 2009

Mandoline aus Italien

Die hiesige Instrumentensammlung enthält mehrere zum Teil handwerklich sehr schön gearbeitete Mandolinen. Daher sei in diesem Monat noch einmal eines dieser Instrumente ausgestellt.



Instrumente in der Form einer Mandoline sind vereinzelt schon aus dem 15.Jhd. belegt. Die hier gezeigte Bauart entstand in der Mitte des 17.Jhd. in Italien.

Sie ist die am meisten verbreitete und wird die "Neapolitanische Mandoline" genannt. Daneben gab es aber in Italien auch die "Florentinische"-, die "Paduanische"-, die "Sienische"- und die "Mailändische"- Mandoline.

Außerhalb Italiens entstand die "Portugiesische"-Mandoline mit nur leicht gewölbten Boden und die "Deutsche"- Mandoline mit flachem Boden.

Die Neapolitanische Mandoline hat einen tief gewölbten, halb birnenförmigen, aus schmalen Spänen zusammengesetzten Bauch. Im Unterschied zu der zur gleichen Instrumentenfamilie gehörenden Laute ist er tiefer gewölbt und meistens kleiner.

Die vier Doppelsaiten aus Metall sind wie bei einer Violine in Quinten gestimmt und werden mit einem Plektrum aus Schildpatt angerissen.

In der Kunstmusik spielt die Mandoline eine untergeordnete Rolle. Es gibt jedoch Kompositionen von Vivaldi, Beethoven und anderen. In der Volksmusik hat sie aber große Bedeutung erlangt. Hier wird sie sowohl als Soloinstrument wie auch als Orchesterinstrument verwendet.

Man achte bei dem ausgestellten Instrument auf die kunstvoll geschmückte Decke.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Juni 2009

Dital-Harp aus Britannien

In der Systematik der Musikinstrumente sind Harfen solche, bei denen die Saitenebenen senkrecht und Lauten solche bei denen sie parallel zur Korpusebene stehen.



Zu Beginn des 19.Jhd. wurden jedoch vor allem in Britannien "Zwitterinstrumente" entwickelt, die Elemente sowohl der Harfe wie auch der Gitarre, die zur Familie der Lauten gehört, enthielten. Es entstanden die Harfenlaute, die Harfengitarre und die Harfencister. Allerdings wird ein ähnlich gebautes Instrument bereits um 1620 von Michael Prätorius erwähnt.

Hierzu gehört auch die hier ausgestellte "Dital-Harp" oder "British-Harp-Lute". Sie wurde um 1820 von dem auf diesem Gebiet sehr tätigen Ed.Light in London erbaut und ist ein besonders schönes Instrument.

Der Schalenkorpus besteht aus sieben Spänen und hat eine gedrechselte, goldene Baronstange. Der schräge Steg auf der Decke mit seinem runden Schallloch hat für die 19 Saiten eine Knöpfchenbefestigung, deren Oberenden an Stimmnägeln befestigt sind. An der obersten Saite ist ein Griffbrett mit sieben Bünden. Eine Umstimmvorrichtung ermöglicht die Änderung der Tonhöhe der 14 tiefsten Saiten um je einen halben Ton. Die schwarze Decke mit Golddekor hat historisierende Motive.

Das Instrument war ein ausgesprochenes Dameninstrument und diente vor allem der Selbstbegleitung von Liedern. Eine größere Verbreitung fanden diese Instrumente nicht.

Wolfgang Bettzieche

Instrument des Monats Mai 2009

Klarinetten

Die Klarinette wurde erst zu Beginn des 17.Jhd. aus einem französischen Instrument, dem Chalumeaux (Schalmei) entwickelt.

Klarinette

Sie ist damit das jüngste der heute im Orchester verwendeten Holzblasinstrumente. Dort wird sie solistisch und als Tutti-Instrument eingesetzt. Ab dem 18.Jhd. entstand für sie eine umfangreiche Solokonzert- und Kammermusikliteratur.

Durch ihre vielseitigen musikalischen Möglichkeiten erweiterte sich ihre Anwendung jedoch schnell. So finden wir sie heute auch auf den Gebieten der Volks- und Militärmusik, der Jazzmusik und der hebräischen Klezmermusik.

Im Gegensatz z.B. zu der konisch gebohrten Blockflöte erklingt beim Überblasen der zylindrisch gebohrten Klarinette nicht die Oktave sondern die Duodezime (Quinte). Dies erfordert ein kompliziertes Klappensystem, das beginnend mit drei Klappen immer weiter entwickelt wurde.

Hier ausgestellt ist nun erstens eine Klarinette von ca.1730. Sie hat nur drei Klappen. Am Mundstück kann man erkennen, dass sie für das "Übersichblasen", d.h. das Rohrblatt war oben, eingerichtet war. Heute ist es immer unten.  
Das unterste Loch war doppelt gebohrt, so dass jede Hand beim Spielen die untere sein konnte. Das nicht benutzte Loch wurde mit einem Stopfen verschlossen.- Zweitens ist eine Sonderform der Klarinette, eine sogenannte "Liebesklarinette" von ca.1830 ausgestellt.

Diese tiefer gestimmte Klarinette mit dem eiförmigen Schallbecher hat einen besonderen weichen und dunklen Klang. Sie ist heute nicht mehr im Gebrauch. Ihr genauer Anwendungsbereich ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde sie vor allem in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz verwendet.

Wolfgang Bettzieche

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